Förderung · Verfahren

Digitalisierungsförderung 2026: was noch läuft und was gestrichen ist

◆Kurz gesagt

Im September 2026 nehmen sechs Bundesländer ohne Einschränkung Anträge für Digitalisierungszuschüsse an, sieben nur eingeschränkt, in Baden-Württemberg gibt es allein ein Darlehen und in Hessen zurzeit gar nichts. Am höchsten liegt Brandenburg mit bis zu 250.000 Euro Zuschuss, gefolgt von Niedersachsen mit bis zu 100.000 Euro. Sachsen hat den Zuschuss am 17. Juli 2026 außerhalb der Region Leipzig gestoppt, Sachsen-Anhalt vergibt nur in Förderaufrufen mit begrenzter Antragszahl, Hessen hat den DIGI-Zuschuss im Juni 2026 beendet. Auf Bundesebene sind go-digital und Digital Jetzt ausgelaufen, ein Nachfolger ist nicht beschlossen.

Förderprogramme sterben leise. Eine Richtlinie läuft aus, ein Budget ist erschöpft, eine Bank setzt die Annahme aus: In allen drei Fällen gibt es keine Pressemitteilung, und auf den meisten Anbieterseiten steht das Programm weiter. Wer danach plant, verliert Wochen und manchmal den Anspruch, weil er in der Zwischenzeit beauftragt hat. Diese Seite hält deshalb beides fest, das Laufende und das Beendete, und nennt zu jedem Eintrag den Stand.

Stand: September 2026

◆Was sich zuletzt geändert hat

  • 15. September 2026

    Alle sechzehn Länder gegen die Quellen der Förderbanken geprüft. Sachsen-Anhalt von laufend auf eingeschränkt gesetzt: Der siebte Förderaufruf ist beendet, weitere Verfahren beginnen am 28. September und am 30. November 2026.

  • 17. Juli 2026

    Sachsen stoppt die Antragsannahme für den EFRE-Digitalisierungszuschuss in der Übergangsregion wegen hoher Nachfrage. Offen bleiben Stadt und Landkreis Leipzig sowie Nordsachsen.

  • 30. Juni 2026

    Hessen beendet den DIGI-Zuschuss. Weitere Förderaufrufe sind nicht vorgesehen.

Eine Glaskarte Deutschlands, aus der genau ein Bundesland angehoben und mit Kupfer umrissen ist
Jedes Land fördert anders, und die Bedingungen ändern sich häufiger, als Ihnen lieb ist. Hier steht der Stand für genau Ihres.

◆Die programme

Was es gibt, und in welchem Zustand

Läuft

Die Länder mit dem höchsten laufenden Zuschuss

Förderbanken der Länder

Für wen
Kleine und mittlere Unternehmen sowie freie Berufe mit Sitz oder Betriebsstätte im jeweiligen Land
Was gefördert wird
Digitalisierungs- und KI-Vorhaben, je nach Land mit unterschiedlichem Zuschnitt.
Konditionen
Brandenburg bis zu 250.000 Euro Zuschuss bei 50 Prozent, Richtlinie bis 30. Juni 2027. Niedersachsen bis zu 100.000 Euro bei 35 bis 45 Prozent, je nach Region. Sachsen-Anhalt bis zu 70.000 Euro, aber nur im Förderaufruf. Mecklenburg-Vorpommern bis zu 50.000 Euro bei 50 Prozent. Bayern bis zu 30.000 Euro, Richtlinie bis 31. Dezember 2027.
Der Haken
Die genannten Beträge sind der Deckel des Zuschusses, nicht der Deckel der anrechenbaren Ausgaben. Diese beiden werden in Sekundärquellen regelmäßig verwechselt, und der Unterschied ist der Faktor zwei.
Eingeschränkt

Die Länder mit Einschränkung

Förderbanken der Länder

Für wen
Betriebe, die in diesen Ländern planen
Was gefördert wird
Zuschüsse, die es formal gibt, für die aber gerade nicht jeder einen Antrag stellen kann.
Konditionen
Sachsen: Antragsstopp seit 17. Juli 2026 für die gesamte Übergangsregion, offen nur Stadt Leipzig, Landkreis Leipzig und Nordsachsen. Sachsen-Anhalt: Anträge nur in Förderaufrufen, die schließen, sobald 90 Anträge eingegangen sind. Nordrhein-Westfalen: seit 1. Januar 2026 keine innerbetriebliche Digitalisierung mehr, dazu ein monatliches Losverfahren. Thüringen: Digitalbonus eingeschränkt.
Der Haken
Ein Antragsstopp ist keine Programmänderung. Er steht selten in der Richtlinie und oft nur als Meldung auf der Seite der Bank. Genau deshalb steht er hier.
Ausgelaufen

Was beendet ist

Bund und Länder

Für wen
Niemanden mehr
Was gefördert wird
Programme, die auf vielen Anbieterseiten weiter beworben werden.
Konditionen
Bund: go-digital beendet, Digital Jetzt ausgelaufen, ein Nachfolger ist nicht beschlossen. Hessen: DIGI-Zuschuss im Juni 2026 zu Ende, keine weiteren Förderaufrufe vorgesehen. Berlin: Digitalprämie und InvestitionsBONUS beendet. Niedersachsen: beide Digitalboni ausgelaufen. Baden-Württemberg: Digitalisierungsprämie Plus in beiden Varianten ausgelaufen. Saarland: DigitalStarter beendet. Thüringen: Thüringen-Invest beendet.
Der Haken
Wer eines dieser Programme auf einer Anbieterseite findet, liest eine Seite, die niemand gepflegt hat. Das ist der beste Hinweis darauf, wie belastbar der Rest dieser Seite ist.

◆Der ablauf

Schritt für Schritt, in dieser Reihenfolge

  1. 01

    Land bestimmen

    Maßgeblich ist der Sitz oder die Betriebsstätte, nicht der Ort des Vorhabens. Wer in mehreren Ländern Standorte hat, hat manchmal mehrere Möglichkeiten und muss sich für eine entscheiden.

  2. 02

    Stand am selben Tag prüfen

    Nicht die Richtlinie entscheidet, ob Sie heute einen Antrag stellen können, sondern die Meldung der Bank. Antragsstopps und erschöpfte Budgets stehen dort und sonst nirgends.

  3. 03

    Zuschuss und Ausgabendeckel auseinanderhalten

    Ein Programm mit 60.000 Euro Höchstbetrag zahlt selten 60.000 Euro. Meist ist das die Obergrenze der anrechenbaren Ausgaben, und der Zuschuss ist der Prozentsatz davon.

  4. 04

    Nichts beauftragen

    Der Antrag muss vor dem Beginn des Vorhabens liegen, und als Beginn zählt die Beauftragung. Das ist der häufigste Grund, aus dem ein förderfähiges Vorhaben nicht mehr gefördert wird.

Warum eine Übersicht über Förderung fast immer veraltet ist

Ein Förderprogramm hat drei Zustände, und nur einer davon steht in der Richtlinie. Der erste ist die Rechtslage: Gibt es das Programm, und was sagt es zu. Der zweite ist das Budget: Ist noch Geld da. Der dritte ist die Verfahrenslage: Nimmt die Bank heute Anträge an. Wer nur den ersten prüft, hat zwei Drittel der Frage nicht beantwortet.

Genau das passiert auf den meisten Übersichtsseiten. Sie zitieren die Richtlinie, weil die sich selten ändert und gut zitierbar ist. Budget und Verfahren ändern sich dagegen still, stehen als Meldung auf der Seite der Bank und verschwinden dort nach ein paar Monaten wieder. Zwischen der Richtlinie und dem, was am Schalter passiert, liegt deshalb manchmal ein halbes Jahr.

Für einen Betrieb ist der Unterschied teuer. Wer im Vertrauen auf ein offenes Programm beauftragt, verliert den Anspruch, denn gefördert wird nur, was nach dem Antrag begonnen hat. Die Reihenfolge ist in fast jeder Richtlinie dieselbe, und sie ist die Stelle, an der die meisten Vorhaben scheitern, nicht die Frage, ob die Technik förderfähig wäre.

Eine Förderübersicht ohne Datum ist eine Behauptung. Mit Datum ist sie eine Aussage.

◆Woran Anträge scheitern

  • Nach einer Sekundärquelle planen, die ein beendetes Programm noch führt. Betrifft vor allem go-digital, Digital Jetzt und den DIGI-Zuschuss Hessen.
  • Den Höchstbetrag der anrechenbaren Ausgaben für die Höhe des Zuschusses halten.
  • Einen Antragsstopp übersehen, weil er nicht in der Richtlinie steht, sondern als Meldung auf der Seite der Bank.
  • Bei Programmen mit Förderaufruf den Stichtag verpassen. In Sachsen-Anhalt schließt ein Aufruf, sobald 90 Anträge eingegangen sind, nicht zu einem festen Datum.
  • Beauftragen, solange der Antrag nicht beschieden ist.

Häufig gefragt

Welches Bundesland zahlt 2026 am meisten?

Brandenburg. Die Investitionsbank fördert Implementierungsprojekte im Programm BIG-Digital mit 50 Prozent und höchstens 250.000 Euro Zuschuss, bei einer Mindestinvestition von 5.000 Euro. Die Richtlinie gilt bis zum 30. Juni 2027. Danach folgt Niedersachsen mit bis zu 100.000 Euro aus der niedrigschwelligen Innovationsförderung der NBank.

Gibt es noch eine Förderung vom Bund?

Für die Investition selbst zurzeit nicht. go-digital ist beendet, Digital Jetzt ist ausgelaufen, ein Nachfolgeprogramm für innerbetriebliche Digitalisierung war zuletzt nicht beschlossen. Was auf Bundesebene läuft, ist die Weiterbildungsförderung der Arbeitsagentur nach dem Qualifizierungschancengesetz und das Darlehensgeschäft der KfW.

Warum steht auf anderen Seiten, dass es go-digital noch gibt?

Weil niemand nachhält. Ein Programm, das ausläuft, verschwindet nicht von den Seiten, die darüber geschrieben haben. Für uns ist das der Grund, jeder Angabe hier ein Datum zu geben und beendete Programme stehen zu lassen, statt sie zu löschen: Wer nach einem Namen sucht, soll erfahren, dass es ihn nicht mehr gibt.

Kann ein laufendes Programm plötzlich schließen?

Ja, und das ist die Regel. Sachsen hat am 17. Juli 2026 innerhalb eines Tages die Annahme für den größten Teil des Landes gestoppt, weil die Nachfrage die Mittel überstieg. Die Richtlinie hat sich dabei nicht geändert. Deshalb prüfen wir den Stand vor jedem Termin neu und nicht einmal im Quartal.

Wir sitzen in Hessen. Was bleibt uns?

Ein Landeszuschuss für Digitalisierung zurzeit nicht. Übrig bleiben die Weiterbildungsförderung des Bundes für die Qualifizierung Ihrer Leute und die Darlehen der WIBank. Wir sagen Ihnen ehrlich, wenn sich der Aufwand eines Antrags in Ihrem Fall nicht lohnt, und rechnen das Vorhaben dann ohne Förderung.

Wir prüfen den Stand für Ihren Fall, bevor Sie etwas unterschreiben.

Förderbedingungen ändern sich leise, und ein Antragsstopp bekommt keine Pressemitteilung. Deshalb sehen wir vor jedem Erstgespräch nach, was an Ihrem Standort tatsächlich gilt.

Termin vereinbaren

◆Der nächste Schritt

Was kostet Sie das Suchen
im Monat?

Die wenigsten Büros haben das je ausgerechnet. Im Termin machen wir es zusammen: Stunden pro Woche, was eine Stunde bei Ihnen kostet, was im letzten Jahr deswegen schiefgegangen ist. Über uns reden wir erst danach.

  • Dreißig Minuten, per Video oder Telefon
  • Wir fragen nach Zahlen, nicht nach Ihrem Interesse an KI
  • Danach wissen Sie, ob sich das für Sie lohnt. Auch wenn die Antwort nein ist

Keine Folien, keine Verkaufsshow. Wenn es nicht passt, sagen wir das im Termin.