Wer 2026 im sächsische Planungsbüros ein KI-Projekt startet, hat weniger Optionen als noch vor zwei Jahren. Die meisten Töpfe, die einst parallel liefen, sind leer oder geschlossen. Geblieben ist der EFRE-Digitalisierungszuschuss, und auch der ist seit Juli 2026 nicht mehr überall im Freistaat zugänglich.
Zuerst die wichtigste Änderung: der Antragsstopp
Seit dem 17. Juli 2026 nimmt die Sächsische AufbauBank in der Übergangsregion keine neuen Anträge mehr entgegen. Betroffen sind unter anderem:
- Dresden
- Chemnitz
- Bautzen
- Görlitz
- Meißen
- Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
- Erzgebirgskreis
- Mittelsachsen
- Vogtlandkreis
- Zwickau
Weiterhin möglich ist die Antragstellung in der Stadt Leipzig, im Landkreis Leipzig und im Landkreis Nordsachsen.
Wenn Ihr Büro in der Übergangsregion sitzt, heißt das nicht, dass Ihr Vorhaben tot ist. Es heißt, dass Sie es ohne diesen Zuschuss rechnen oder auf ein Nachfolgefenster warten müssen. Welcher der beiden Wege für Sie tragfähig ist, klären wir im Analysegespräch ehrlich, bevor Sie Zeit in Antragsarbeit stecken.
Die Quoten nach Betriebsgröße
Die Förderrichtlinie Digitalisierung Zuschuss EFRE 2021 bis 2027 unterscheidet zwei Vorhabenarten und drei Größenklassen:
Heranführungsvorhaben, ausschließlich für Kleinstunternehmen: bis zu 60 Prozent, Höchstbetrag 10.000 Euro zuwendungsfähige Ausgaben.
Transformationsvorhaben, für Kleinst- und kleine Unternehmen: bis zu 50 Prozent, Höchstbetrag 60.000 Euro zuwendungsfähige Ausgaben.
Transformationsvorhaben, für mittlere Unternehmen: bis zu 35 Prozent, Höchstbetrag 100.000 Euro zuwendungsfähige Ausgaben.
Dazu kommen zwei Stellschrauben:
- Mindestsumme: Unter 5.000 Euro zuwendungsfähiger Ausgaben gibt es keine Förderung.
- Tarifbonus: Bei Tarifbindung oder tarifgleicher Vergütung erhöht sich Ihre Quote um 10 Prozentpunkte.
Der EFRE-Digitalisierungszuschuss: die übrigen Eckdaten
- Zielgruppe: KMU mit Sitz oder Betriebsstätte in Sachsen
- Fördertatbestand: Digitalisierungs-Investitionen, inklusive Softwareentwicklung, KI-Einsatz, Automation, Systemintegration
- Verwaltung: Sächsische AufbauBank (SAB) als Umsetzungsstelle, Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung
- Antrag: vor Beginn des Vorhabens. Keine Ausnahme.
- Region: Antragstellung derzeit nur in der Stadt Leipzig, im Landkreis Leipzig und im Landkreis Nordsachsen
Was für KI-Projekte in diesem Rahmen passt
Innerhalb dieser Grenzen lassen sich unter anderem umsetzen:
- Ein KI-Agent mit Systemintegration, vollständig entwickelt, übergeben, Team eingearbeitet.
- Ein mittleres AI-OS-Setup mit CRM-Anbindung, Dokument-Suche und persönlichen Assistenten für 5 bis 20 Mitarbeiter.
- Eine WhatsApp- oder Voice-Automation inklusive CRM-Integration und Angebots-Workflow.
- Ein Dokument-Agent für Ausschreibungen, Angebotserstellung oder Vertragsprüfung.
Was nicht abgedeckt ist: sehr kleine Vorhaben unterhalb der Mindestsumme, Ausgaben oberhalb des für Sie geltenden Höchstbetrags, und reine Beratungsleistungen ohne Implementierung.
Die EFRE-Mittel sind da. Was fehlt, sind saubere Anträge mit konkreten Zielen. Je klarer das Projekt, desto schneller die Zusage.
Drei Dinge, die Sie beim Antrag beachten sollten
1. Antrag vor Beginn des Vorhabens: keine Ausnahme.
Wer kauft, bevor der Antrag gestellt ist, verliert die Förderung zu 100 Prozent. Das gilt für jede Förderung, auch EFRE. Der Kauf einer Software-Lizenz, das Anzahlen einer Dienstleistung, der unterschriebene Projektvertrag: Jede dieser Handlungen vor Antragstellung killt den Antrag.
2. Messbare Ziele gehören in den Antrag.
Die SAB liest Anträge, in denen konkrete KPIs stehen: "Reduktion der Ausschreibungsbearbeitung von 180 auf 30 Minuten", "Automatisierung von 70 Prozent der eingehenden Kundenanfragen", "Freisetzung von 15 Stunden Vertriebsarbeit pro Woche". Ohne messbare Ziele: schlechtere Bewertung. Wer die offizielle Förderrichtlinie liest, findet genau diese Logik auch im Wortlaut wieder.
3. Sächsischer Sitz oder Betriebsstätte: dokumentiert.
Eine Holding in Hamburg mit Produktion in Leipzig geht, aber der Antrag muss dem Projekt-Standort zugeordnet werden, und der Standort in Sachsen muss eine operative Relevanz haben. Ein Briefkasten reicht nicht. Seit dem Antragsstopp ist der Standort zusätzlich die Frage, an der sich entscheidet, ob überhaupt beantragt werden kann.
Was es sonst noch gab und warum es 2026 nicht mehr zählt
Kurze Einordnung, damit die Frage nicht offenbleibt:
- SAB-Invest, futureSAX, Digitale Offensive Sachsen: die bekannten Landesprogramme der letzten Jahre. Mittel 2026 weitgehend ausgeschöpft, neue Antragsrunden nicht absehbar oder auf Sonderfälle beschränkt.
- go-digital, Digital Jetzt (Bundesprogramme): Digital Jetzt ist 2025 ausgelaufen, go-digital läuft reduziert und ist für Kern-KI-Projekte selten die passende Antwort.
Wie wir das in Projekten machen
In jedem PhoenixOne-Projekt prüfen wir vor dem Kick-off, ob EFRE realistisch ist. Vier Fragen im Analysegespräch:
- Wo sitzt Ihr Büro? Liegt der Standort im Antragsfenster, oder greift der Stopp seit dem 17. Juli 2026?
- Welche Größenklasse und welche Vorhabenart treffen auf Sie zu, und gilt bei Ihnen Tarifbindung?
- Wie groß ist das Vorhaben, grob geschätzt? Liegt es über der Mindestsumme und innerhalb des Höchstbetrags?
- Wann soll gestartet werden? 8 bis 12 Wochen Antragszeit realistisch einplanen.
Ergibt das ein belastbares "Ja, realistisch", schreiben wir den Antrag mit. Das ist Teil unserer Leistungsbeschreibung, nicht Extra.
Was Sie als Nächstes tun können
Ob Ihr Standort noch im Antragsfenster liegt und welche Programme in den anderen Ländern laufen, führen wir mit Stand auf der Seite Förderung für KI und Digitalisierung.
Häufige Fragen
Was ist der EFRE-Digitalisierungszuschuss?
Der EFRE-Digitalisierungszuschuss ist 2026 die wesentliche KI-Förderung für sächsische Planungsbüros. Er wird durch die SAB umgesetzt, die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Wie hoch ist die Förderquote?
Das hängt an Betriebsgröße und Vorhabenart. Heranführungsvorhaben, nur Kleinstunternehmen: bis zu 60 Prozent, Höchstbetrag 10.000 Euro zuwendungsfähige Ausgaben. Transformationsvorhaben, Kleinst- und kleine Unternehmen: bis zu 50 Prozent, Höchstbetrag 60.000 Euro. Transformationsvorhaben, mittlere Unternehmen: bis zu 35 Prozent, Höchstbetrag 100.000 Euro. Die Höchstbeträge begrenzen die zuwendungsfähigen Ausgaben, nicht den Zuschuss.
Gibt es eine Mindestgröße für das Vorhaben?
Ja. Unter 5.000 Euro zuwendungsfähiger Ausgaben gibt es keine Förderung.
Was bringt der Tarifbonus?
Bei Tarifbindung oder tarifgleicher Vergütung erhöht sich Ihre Förderquote um 10 Prozentpunkte.
Kann ich in ganz Sachsen noch beantragen?
Nein. Seit dem 17. Juli 2026 nimmt die SAB in der Übergangsregion keine neuen Anträge mehr an, darunter Dresden, Chemnitz, Bautzen, Görlitz, Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Erzgebirgskreis, Mittelsachsen, Vogtlandkreis und Zwickau. Möglich bleibt die Antragstellung in der Stadt Leipzig, im Landkreis Leipzig und im Landkreis Nordsachsen.
Wer kann den Antrag stellen?
KMU mit Sitz oder Betriebsstätte in Sachsen. Der sächsische Standort muss operative Relevanz haben. Ein reiner Briefkasten reicht nicht.
Kann ich den Antrag nach Projektstart stellen?
Nein. Wer kauft, bevor der Antrag gestellt ist, verliert die Förderung zu 100 Prozent. Das gilt ohne Ausnahme.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Realistisch 8 bis 12 Wochen zwischen Antragstellung und Bewilligung.
Welche KI-Projekte sind förderfähig?
KI-Agenten mit Systemintegration, AI-OS-Setups, WhatsApp- und Voice-Automationen, Dokument-Agenten: alles, was messbar Prozesse digitalisiert. Reine Beratung ohne Implementierung ist nicht förderfähig.
Stand: 13. September 2026, geprüft gegen die Förderrichtlinie Digitalisierung Zuschuss EFRE 2021 bis 2027 und die Programmseite der Sächsischen AufbauBank. Förderprogramme ändern sich. Bedingungen prüfen wir pro Projekt individuell gegen den jeweils aktuellen Stand.
